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wsd:grundlagen:chc

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-===== Was ist das CHC-Modell? ===== 
- 
-Das CHC-Modell ist ein mehrstufiges, hierarchisches Intelligenz-Modell, in dem mehrere  
-Intelligenz-Theorien zusammenfließen. Es handelt sich um die Verschmelzung der erweiterten Gf-Gc-Theorie von Cattell und Horn (vgl. Horn, J. L. 1991; Horn, J. L. & Blankson, N. 2005) und der Three-stratum-Theorie von Carroll, J. B. (1993). Auf drei hierarchisch angeordneten Ebenen oder Schichten (englisch  
-„stratum“) werden der g-Faktor (allgemeine Intelligenz; Schicht III), 10 breite Fähigkeitsbereiche  
-(„broad abilities“; Schicht II) und 73 enge Fähigkeitsbereiche („narrow abilities“; Schicht I)  
-beschrieben (vgl. Abbildung unten). Der g-Faktor ist wesentlicher Bestandteil des Modells von  
-Carroll (1993), wird aber nicht in allen Darstellungen der CHC-Theorie explizit berücksichtigt. Das  
-CHC-Modell ist das weltweit wohl erforschteste und anerkannteste Intelligenz-Modell.  
- 
-Die Kategorien von Stratum II sind die maßgebliche Größe zur Kategorienbildung auf der Ebene  
-der [[wsd:glossar#koerperfunktionen|Körperfunktionen]] in diesem Instrument. Eine genauere Beschreibung zu den einzelnen  
-Kategorien findet sich unter der Grafik.  
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-{{ wsd:werkzeug:chc-modell.gif |}} 
- 
-**Fluide Intelligenz (Gf):** //Schlussfolgerndes// und logisches Denken bei neuen Aufgabenstellungen,  
-die nicht allein durch automatisierten Abruf von erworbenem Wissen gelöst werden können. Hierzu gehören unter anderem Begriffsbildung, Klassifizierungsprozesse, die Entwicklung und Überprüfung von Hypothesen und das Erkennen von Regeln.  Induktives und deduktives Schlussfolgern zählen zu den typischen Vertretern fluiden Denkens. Die [[wsd:grundlagen:exekutive_funktionen|exekutiven Funktionen]] - verstanden als Sammelbegriff  für Mechanismen der Kontrolle und der Regulation - werden trotz der bestehenden Bezüge zu //Gsm// ebenfalls //Gf// zugeordnet. 
- 
-**Kristalline Intelligenz (Gc):** Umfang des erworbenen, kulturbezogenen Wissens, z.B. Wortschatz, 
-allgemeines sprachbasiertes deklaratives und prozedurales Wissen, Sprachverständnis und  
-Kenntnisse in kulturrelevanten Wissensgebieten und die Fähigkeit, dieses Wissen anzuwenden.  
-Als Beispiele für die 12 Schicht-I-Faktoren seien genannt: //Sprachentwicklung, Lexikalisches  
-Wissen, Allgemeines Wissen// 
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-**Kurzzeitgedächtnis (Gsm):** Fähigkeit zum unmittelbaren Aufnehmen, Behalten und Bearbeiten einer begrenzten Anzahl neuer Informationen.  
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-**Auditive Verarbeitung (Ga):** Fähigkeit, auditive Reize wahrzunehmen, zu analysieren, zu unterscheiden und kognitive Manipulationen mit ihnen vorzunehmen. //Ga// schließt nicht das Sprachverständnis ein, das der kristallinen Intelligenz (Gc) zugeordnet ist. Auf Schicht I werden 14 Faktoren unterschieden, z.B. die //Phonetische Kodierungs-Analyse oder die Lokalisierung von Geräuschen// 
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-**Visuelle Verarbeitung (Gv):** Fähigkeit zur Wahrnehmung, Analyse, Synthese und Manipulation visueller Muster und Reize und deren Beziehungen.  
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-**Langzeitspeicherung und -abruf (Glr):** Fähigkeit, Informationen langfristig abzuspeichern und erfolgreich abzurufen. Hierzu gehören unter anderem semantische und lexikalische Wortflüssigkeit, Lernen von Wortlisten, Paarassoziationslernen. Im Gegensatz zu Gc geht es hier nicht um den Umfang des bereits erworbenen Wissens, sondern um die //Effizienz// der Speicherung und des Abrufs aus dem Langzeitgedächtnis. 
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-**Verarbeitungsgeschwindigkeit (Gs):** Fähigkeit, kognitive Prozesse schnell, flüssig und automatisiert auszuführen. Gs wird typischerweise mit Aufgaben erfasst, die weniger komplexe kognitive Leistungen unter Zeitdruck verlangen. Auf Schicht I finden sich fünf Faktoren, z. B. //Wahrnehmungsgeschwindigkeit, Semantische Verarbeitungsgeschwindigkeit, Geschwindigkeit der einfachen Zahlenverarbeitung// 
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-**Reaktionsgeschwindigkeit (Gt):** Fähigkeit, auf elementare Aufgabenstellungen schnell zu reagieren (z.B. einfache Reaktionszeit, Wahlreaktionszeit). Gt bezieht sich auf die Geschwindigkeit, mit der unmittelbar auf einen Reiz oder eine einfache Entscheidungsaufgabe reagiert wird (Sekunden oder Sekundenbruchteile), während Gs erfasst, ob eine Person eine einfache Aufgabe über relativ längere Zeit (i. d. R. mehrere Minuten) zügig bearbeiten kann. Schicht I umfasst die drei Faktoren //Einfache Reaktionszeit, Wahlreaktionszeit und Geschwindigkeit bei mentalen Vergleichen// 
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-=== Literatur: === 
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-Mickley, M. & Renner, G. (2010). Intelligenztheorie für die Praxis: //Auswahl, Anwendung und Interpretation deutschsprachiger Testverfahren für Kinder und Jugendliche auf Grundlage der CHC-Theorie//. Klinische Diagnostik und Evaluation, 3, 447-466. 
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-//[[wsd:autoren|Brandstetter, Stecher, Renner]]// 
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wsd/grundlagen/chc.1619429544.txt.gz · Last modified: 2024/06/23 12:11 (external edit)