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wsd:verhalten:themen:themenfeld5:ueberarbeitung

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Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom und Hyperkinetische Störung F90

Zitiervorschlag: Urtimur, V. (2020): Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom und Hyperkinetische Störungen. Abgerufen von URL https://www.wsd-bw.de/doku.php?id=wsd:werkzeug:verhalten:themen:themenfeld5:d01, CC BY-SA 4.0

ICD10
bzw. 11
F90.0 Einfache Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörung (ADHS)
Diese Gruppe von Kindern und Jugendlichen ist in ihren Verhaltensweisen in folgenden Bereichen charakterisiert: Unaufmerksamkeit, Ablenkbarkeit, Hyperaktivität, innere und äußerliche Unruhe sowie Impulsivität. Diese Störung ist meist durch einen Beginn in den ersten fünf Lebensjahren, einer geringen Ausdauer bei Beschäftigungen und einer Tendenz von einer Tätigkeit rasch zu einer anderen zu wechseln gekennzeichnet; daneben kommt es zu Problemstellungen bei Aktivitäten im Bereich der eigenen Organisation, der Regulierung und Impulssteuerung. Eine weitere Voraussetzung für eine Diagnose ist das Anhalten der Störung für mindestens sechs Monate oder länger.

Spezifikationen der F90.0 Diagnosen sind:
- Aufmerksamkeitsdefizit bei hyperaktivem Syndrom
- Aufmerksamkeitsdefizit bei Hyperaktivitätsstörung
- Aufmerksamkeitsdefizit bei Störung mit Hyperaktivität

Nicht enthalten sind folgende weiteren Subtypen:
- Aufmerksamkeitsstörung ohne Hyperaktivität (98.80)
- Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens (F90.1)

An dieser Stelle ist zu ergänzen, dass die „Hyperkinetische Störung des Sozialverhaltens“ (F90.1) sowohl die Kriterien für eine hyperkinetische Störung als auch für eine „Störung des Sozialverhaltens“ nach ICD-10 erfüllen kann.
Kinder und Jugendliche mit der Diagnose Aufmerksamkeits-störung ohne Hyperaktivität (F98.80), auch bekannt als ADS, zeigen hauptsächlich eher verträumte, ängstliche, schüchterne und empfindliche Verhaltensweisen, die für eine Diagnose mit ADHS generell untypisch ist.
Statistik- Je nach Untersuchung sind 3–15% der Schulkinder betroffen
- Nach engen Kriterien sind 3–5% der unter 18-Jährigen und circa 1% aller Erwachsenen betroffen
- Bei Jungen tritt diese Diagnose circa dreimal so häufig wie bei Mädchen auf
- Im Erwachsenalter setzen sich die Symptome bei über drei Viertel aller unbehandelten Personen fort
- Bei behandelten Erwachsenen bleibt bei ungefähr 30% die volle symptomatische Ausprägung und bei etwa 60% noch einzelne Symptomatiken erhalten
- Anhaltende und schwere Symptomausprägungen im Erwachsenalter (ca. 1% der Population) führen häufiger zu einer Beeinträchtigung der Teilhabe
Ursachen und Risikofaktoren
in Bezug auf die Entwicklung
auffälligen Verhaltens
Ursachen und Risikofaktoren wurden durch genetische und neurologische Gründe nachgewiesen, unter anderem in nachfolgenden Kontexten:
- Schädigungen des Frontalhirns
- Störung bei der Neurotransmitterübertragung
- Konsum von Alkohol oder Nikotin in der Schwangerschaft (selbst in kleinsten Mengen)
- Chronischer Stress während der Schwangerschaft
- Geburtskomplikationen
- Geburtsgewicht unter 1,5 kg
- „Schreibabys“

Familiäre oder soziale Bedingungen sind, nach aktuellen Stand der Forschung, keine ursächlichen Faktoren zur Entstehung einer ADHS. Dennoch können sich die sozial-familiären Voraussetzungen als sekundäre psychosoziale Faktoren in den Lebensbereichen auswirken und die Symptomatiken verstärken. Sie können Einfluss darauf nehmen wie gut negative Erfahrungen kompensiert werden. Insbesondere ein inkonsequentes und wenig durchschaubares Erziehungsverhalten, kann die Auswirkungen dieser Störung deutlich verschlimmern. Weitere Risikofaktoren stellen z.B. alleinerziehende Eltern, Alkohol-probleme bei Vätern, ein niedriges Bildungsniveau der Mutter und ein niedriger sozio-ökonomischer Status der Familie dar.
Spätfolgen, die besonders bei einem unbehandelten ADHS vorkommen, können außerhalb der Komorbiditäten verstärkter Substanzmissbrauch und dissoziales oder delinquentes Verhalten sein. Im Erwachsenalter zeigen, je nach Untersuchung, in etwa 20–45% der Betroffenen die genannten Verhaltensmuster und erreichen im Durchschnitt niedrigere Bildungsabschlüsse sowie einen geringeren sozioökonomischen Status.
Statistik
Intervention allgemein

Literatur

Rosebrock, C. & Nix, D. (2008). Grundlagen der Lesedidaktik und der systematischen schulischen Leseförderung. Baltmannsweiler: Schneider Hohengehren


Layout und Gestaltung: Philipp Staubitz, Seminar für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte Freiburg, Abtl. Sonderpädagogik

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